Grafik
Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen

Informationen für Patienten

Nützliche Infos

 
 
  • Bitte bringen sie zum Arztbesuch Ihre Versichertenkarte und einen aktuellen Überweisungsschein mit. Vorbefunde, Laborwerte und der aktuelle Medikamentenplan sind hilfreich um Ihnen schnell und zielgerichtet helfen zu können.
  • Wir nehmen uns Zeit für Sie – falls Sie einen Termin nicht wahrnehmen können, bitten wir Sie um einen kurzen Anruf.
 
 

Untersuchungsvorbereitungen

 
 
  • Ihr behandelnder Arzt hat im Vorfeld mit Ihnen über den notwendigen Eingriff gesprochen, die zugehörigen Aufklärungsunterlagen wurden Ihnen ausgehändigt. Bitte bringen Sie zur Untersuchung die unterschriebenen Aufklärungsunterlagen mit. Sollte Ihnen noch etwas unklar sein wenden Sie sich bitte telefonisch an uns.

    Denken Sie bitte auch daran, sich die unterschriebenen Aufklärungsunterlagen zu kopieren und bei Ihren Gesundheitsunterlagen aufzubewahren. Dies fordert der Gesetzgeber im neuen, seit dem 26. Feb. 2013 gültigen Patientenrechtegesetz:

    http://www.bmg.bund.de/praevention/patientenrechte/patientenrechtegesetz.html
  • Im Falle eines Eingriffs unter einer sog. Sedierung/Kurznarkose (z.B. Magenspiegelung, Darmspiegelung, Schluckecho) benötigen sie eine Begleitperson. Dies gilt auch dann,  wenn Sie zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Am Tag der Untersuchung dürfen Sie nicht Autofahren, Maschinen bedienen oder weitreichende rechtlich bindende Entscheidungen treffen.
  • Für sämtliche bei uns in der Praxis durchgeführten Eingriffe ist keine spezielle Kleidung erforderlich. Im Falle einer Darmspiegelung halten wir unentgeltlich für Sie eine Einmal-Untersuchungshose bereit.
  • Bitte lassen Sie Ihre Wertsachen zuhause. Wir können keine Haftung dafür übernehmen
  • Im Falle einer Darmspiegelung ist eine Darmreinigung erforderlich. Unsere Mitarbeiter haben im Vorfeld mit Ihnen darüber gesprochen und haben Ihnen alles Notwendige mitgegeben. Hier finden sie nochmals Informationen hierzu 3-4 Tage vor dem Untersuchungstermin möglichst keine Körner (z.B. Vollkornbrot, Müsli, Kiwi, …) zu sich nehmen.
  • Lassen Sie sich Zeit!  Je länger der Abstand zwischen der Einnahme der Abführbeutel (mind. 2 h), desto besser das Abführergebnis und die Verträglichkeit der Lösung.
  • Zur Verbesserung des Geschmacks können Sie die Abführlösung mit Fruchsäften, Tee´s etc. vermischen. Vit. C-angereicherte Säfte sind besonders geeignet.

Standard-Abführregime

(für Patienten, die sich am Morgen oder frühen Vormittag untersuchen lassen)

Am Vortag:

  • Leichtes Frühstück am Morgen, dann nichts mehr essen
  • Ca 11 h: 3 Abführtabletten einnehmen
  • Ca 12 h: Beutel 1 der Abführlösung in ½ l Wasser Auflösen und Trinken
  • Ca 15 h: Beutel 2 der Abführlösung in ½ l Wasser Auflösen und Trinken
  • Ca 18 h: Beutel 3 der Abführlösung in ½ l Wasser Auflösen und Trinken
  • Versuchen Sie in dieser Zeit möglichst mindestens 4 l sonstige Getränke oder auch klare Suppen zu sich zu nehmen.

Am Untersuchungstag:

  • können sie bis 3 h vor dem Untersuchungstermin Ihre Medikamente mit einem kleinen Schluck Wasser einnehmen. Im Falle einer Untersuchung am frühen Morgen nehmen Sie Ihre Medikamente nach der Untersuchung.

Geteiltes Abführen

(für Patienten, die sich am späten Vormittag oder am Nachmittag untersuchen lassen)

Am Vortag:

  • Frühstück und leichtes Mittagessen, erst dann nichts mehr essen
  • Ca 15 h: 3 Abführtabletten einnehmen
  • Ca 16 h: Beutel 1 der Abführlösung in ½ l Wasser Auflösen und Trinken
  • Ca 19 h: Beutel 2 der Abführlösung in ½ l Wasser Auflösen und Trinken
  • Versuchen Sie in dieser Zeit möglichst mindestens 4 l sonstige Getränke oder auch klare Suppen zu sich zu nehmen
  • Nachtruhe

Am Untersuchungstag:

  • Ca 7-8 h: Beutel 3 der Abführlösung in ½ l Wasser Auflösen und Trinken
  • Bis 3 h vor der Untersuchung noch 1-2 l sonstige Getränke zu sich nehmen
 
 

Nach der Untersuchung

 
 
  • Nach der Untersuchung können Sie in der Regel wieder rasch Ihren Alltag bewältigen. Ausnahmen sind Autofahren, Maschinen bedienen, weitreichende rechtliche bindenden Entscheidungen treffen sofern sie eine Untersuchung unter Narkose bekommen haben.
  • Sie können wieder normal Essen und Trinken, es sei denn Ihr Arzt spricht eine andere Empfehlung aus
  • Blähungen gehören wir früher nach Darmspiegelungen üblich, der Vergangenheit an. Als besonderen Service für Sie, verwenden wir seit 2011 bei Darmspiegelungen die sog. CO2-Insufflation. Dabei wird statt Luft CO2 in der Darm „geblasen“. Dies wird rasch von den kleinen Blutgefäßen des Darmes abtransportiert sodass sie in aller Regel mit einem guten Bauchgefühl nach Hause gehen.
 
 

Informationen für Patienten mit Laktose- oder Fruktoseintoleranz

 
 

(Milch- / Fruchtzuckerverträglichkeit)

  • Die zuverlässigste Diagnostik besteht in der Durchführung von Wasserstoff- Atemtesten. Dabei bekommen Sie Laktose oder Fruktose in definierter Mengen zu trinken. Anschließend müssen alle 15 Minuten in eine Meßvorrichtung ausatmen. Die Zusammensetzung der Ausatemluft lässt Rückschlüsse auf Ihre Fähigkeit zu, die jeweils getestete Substanz zu verstoffwechseln.

  • Alternativen in der Diagnostik sind der orale Laktose- oder Fruktosetoleranztest mit wiederholter Blutzuckermessung (weniger genau) und die Bestimmung der Lactaseaktivität in Gewebeproben aus der Dünndarmschleimhaut (erfordert Magenspiegelung, wird von den Kostenträgern derzeit nicht bezahlt). Die Genanalyse (LCT-Gen) bleibt speziellen Fragestellungen vorbehalten und spielt im Alltag keine Rolle.

  • Wasserstoff-Atemteste zur Diagnostik einer Laktose- oder Fruktoseintoleranz sind komfortable, wenig belastende Untersuchungsverfahren. Für eine erfolgreiche Diagnostik mit hoher Aussagekraft sollten folgende Punkte berücksichtigt werden

  • Bringen Sie Zeit mit! Ein Test dauert je nach individuellen Gegebenheiten 2-3 Stunden.

  • 6-8 Wochen nach einer Darmspiegelung oder nach einer antibiotischen Behandlung ist ein solcher Test nicht sinnvoll. Medikamente mit Einfluss auf die Darmbeweglichkeit (z.B. MCP, Imodium) sollten 3 Tage vorher abgesetzt werden.

  • Am Tag vor der Untersuchung sollte auf ballaststoffreiche (Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Kraut, … ) und kohlenhydratreiche (Nudeln, Kartoffeln, Reis, … )  Nahrungsmittel verzichtet werden. Gleiches gilt für Kaugummis und Bonbons sowie kohlenhydratreiche Getränke wie Limonaden und Fruchtsäfte.  Nach 17 h sollte keine Nahrungsaufnahme mehr stattfinden. Nach 22 h sollten ausser Wasser auch keine Getränke mehr konsumiert werden. 

  • Kommen Sie Nüchtern! Rauchen Sie am Tag der Untersuchung nicht. Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung in den Stunden vor der Untersuchung. 

  • Verzichten Sie auf das Zähneputzen am Morgen vor der Untersuchung. Sie bekommen von uns eine antibakterielle Mundspülung.  
  • Auch während des Testes dürfen im Interesse einer zuverlässigen Aussage der Untersuchung keine Getränke, Nahrungsmittel oder Zigaretten konsumiert werden.
  • Unter Umständen kann das Testergebnis auf andere Probleme als eine primäre Laktoseintoleranz hinweisen. In diesem Fall wird Sie Ihr Arzt auf sinnvolle weitere Diagnostik (z.B. Magenspiegelung, Atemtest mit anderen Substanzen) aufmerksam machen.

Laktoseintoleranz

  • Bei der Laktoseintoleranz kann der Dünndarm Milchzucker (Laktose) nicht in seine Einzelbestandteile aufspalten und aufnehmen. Dadurch vergärt der Milchzucker im Dickdarm. Es resultieren Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfälle. Seltener kann sich eine Laktoseintoleranz aber auch durch unspezifische Allgemeinsymptome (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Depression) zeigen.

  • Die Laktoseintoleranz ist keine Krankheit im klassischen Sinne. D.h. wenn Sie dennoch Milchzucker zu sich nehmen riskieren Sie weder einen Schaden am Organismus, noch wirkt sich dies auf Ihre Lebenserwartung aus. Dennoch können die Symptome im Einzelfall sehr belastend sein. Abzugrenzen von der hier beschriebenen „primären“ Laktoseintoleranz ist der angeborene Laktasemangel und die sekundäre Laktoseintoleranz als Ausdruck anderer Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes.

Die Therapie der Laktoseintoleranz fußt auf drei Säulen:

Diät – laktosearme Ernährung! Geringe Restmengen von Laktose werden meist gut vertragen. Eine laktosefreie Ernährung ist in der Regel nicht notwendig. Eine Orientierung über laktosearme und laktosereiche Lebensmittel finden Sie hier auf unserer Speisekarte. Diese dient als Orientierung, die individuell wirksame Diät müssen sie selbst herausfinden. Eine Verbesserung der Verträglichkeit kann durch Genuss kalter und fettreicher Speisen erreicht werden.

  • Das Ausmaß der Symptome ist stark abhängig von der Menge der gebildeten Laktase. Manche Menschen vertragen größere Mengen an Laktose (weil im Körper noch kleine Mengen Laktase gebildet werden), für andere Betroffene führen schon geringste Mengen zu Beschwerden.
  • Deshalb ist es ratsam, die individuelle Laktosetoleranz auszutesten: Beginnen Sie 2-3 Wochen mit einer laktosefreien Diät und bauen Sie dann nach und nach Nahrungsmittel aus den Folgekategorien ein. Beginnen Sie mit kleinen Mengen, die mit der Zeit gesteigert werden


Symptomkontrolle durch zusätzliche Einnahme von Laktase – hier müssen Sie die individuell wirksame Dosierung herausfinden. Erwarten Sie von Laktase nicht, dass die Symptome völlig verschwinden. Es handelt sich lediglich um ein Mittel zur Linderung der Beschwerden.


Evtl. zusätzliche Einahme von Calcium zur Vorbeugung von Osteoporose. In der Regel werden weiterverarbeitete Milchprodukte (reifer Käse, Joghurt) gut vertragen, sodass eine ausreichende Calciumversorgung für den Knochenstoffwechsel gewährleistet ist. Sollte dies bei Ihnen nicht der Fall sein oder liegen andere Unverträglichkeiten vor, kann eine zusätzliche Calciumeinnahme Sinn machen. Ihr Arzt wird Sie diesbezüglich beraten.


Fruktoseintoleranz

  • Auch die intestinale Fruktoseintoleranz ist keine Krankheit die den Organismus langfristig gefährdet. Abzugrenzen von der hier besprochenen Problematik ist die sogenannte hereditäre Fruktoseintoleranz bei der Fruktose in der Leber nicht abgebaut werden kann. Ein sehr seltenes lebensbedrohliches  Krankheitsbild was mit strenger fruktosefreier Diät behandelt werden muß. Auch eine relevante intestinale Fruktoseinteroleranz  nicht häufig. Dennoch macht ein Atemtest mit Fruktose bei unklaren Beschwerden Sinn, da dadurch die Interpretation des Laktosetestes erleichtert wird. Evtl. kann so eine andere Ursache für Ihre Beschwerden aufgedeckt werden.

  • Sollte bei Ihnen dennoch eine relevante Fruktoseintoleranz festgestellt werden, ist keinesfalls auf Früchte zu verzichten. Diese ernährungsphysiologisch wertvollen Bestandteile unserer Ernährung sollte auf jeden Fall weiter konsumiert werden! Ähnlich wie bei der Laktoseintoleranz ist die Menge und die Art des Lebensmittels entscheidend. Probieren Sie es aus – Sie werden feststellen, daß Sie trotz nachgewiesener Fruktoseintoleranz einzelne Obst- und Gemüsesorten in normalen Mengen gut vertragen.

  • Bei einer nachgewiesenen Fruktoseintoleranz ist für die Verträglichkeit von Fruktose entscheidend, was mit der Fruktose aufgenommen wird. Süßstoffe hemmen die Fruktoseaufnahme. Daher leiden Menschen mit Fruktoseintoleranz besonders unter Beschwerden, wenn Süßstoffe und Fruktose zusammen aufgenommen werden, z.B. in Form von Softdrinks. Auch bei sog. Fast-Food oder in industriell hergestellten oder vorgefertigten Lebensmitteln (Tütensuppen, Fertiggerichte) findet man diese Kombination.
 
 

Informationen für Patienten mit Reizdarmsyndrom

Ihr Arzt hat Sie mit der Diagnose Reizdarmsyndrom konfrontiert. Dabei handelt es sich um eine prinzipiell gutartige Erkrankung, die weltweit 10-15% der Bevölkerung betrifft. Eine Verkürzung der Lebensdauer oder ein Organschaden ist prinzipiell nicht zu erwarten. Das Wissen um das Krankheitsbild nimmt täglich zu, eine medikamentöse, wissenschaftlich fundierte Therapie gibt jedoch nicht und ist auch für die nächste Zeit nicht zu erwarten. 

Unter einem Reizdarmsyndrom versteht man darmbezogene Beschwerden > 3 Monate die i.d.R. mit Veränderungen der Stuhlgewohnheiten einhergehen und die Lebensqualität des Betroffenen einschränken. Diagnosevoraussetzung ist der Ausschluß anderer, mit der Symptomatik in Einklang zu bringender Erkrankungen. Dies erfordert u.U. eine intensive Diagnostik einschließlich Ultraschall, Labordiagnostik, Endoskopie und Funktionsdiagnostik. Dem Reizdarmsyndrom zugrunde liegen Störungen der Darmempfindlichkeit, Darmbeweglichkeit und - Durchlässigkeit sowie Veränderungen in der biochemischen und neuronalen Kommunikation des Darmes mit anderen Organen, insbesondere mit dem zentralen Nervensystem und Immunsystem. 

Auslöser können Antibiotikatherapien, Infekte des Magen-Darm-Traktes, emotionaler Stress und Ernährungsfaktoren u.a. sein. Daraus leiten sich in Ermangelung o.g. medikamentöser Therapie folgende allgemeine Verhaltens- und Ernährungsempfehlungen ab:

Zuvorderst muß betont werden, daß es eine allgemeingültige Diät zur Verhinderung oder Behandlung des Reizdarmsyndroms nicht gibt. Gleichwohl berichten viele Patienten über Ernährungsfaktoren als Beschwerdeauslöser. In diesem Fall sollte am Anfang das Führen eines Ernährungs-Symptom-Tagebuches stehen. Hier werden zeitlich befristet (8-12 Wochen) die konsumierten Lebensmittel, das seelische Befinden und die Symptome für jeden Tag gesondert notiert. So kann eine Verbindung zwischen definierten Lebensmitteln, anderen Auslösern und belastenden Symptomen herausgearbeitet werden. Eine daraus abgeleitete Vermeidungsdiät sollte nur dann fortgeführt werden wenn eindeutig Wirksamkeit zu beobachten ist. 

Auch das Essverhalten spielt ein Rolle als Auslöser von Symptomen, da die Beweglichkeit des Magen-Darm-Traktes durch Nahrungsaufnahme und Nüchternheit reguliert wird. Kurze Abstände zwischen den Mahlzeiten oder voluminöse Mahlzeiten können daher direkt Beschwerden verursachen. Ein empfehlenswertes Essverhalten sieht daher gutes Kauen, ausreichend Ruhe beim Essen, drei geregelte Hauptmahlzeiten und allenfalls ein bis zwei kleine Zwischenmahlzeiten vor. 1,5 -2,5l Flüssigkeitsaufnahme pro Tag ist nicht nur im Hinblick auf Reizdarmbeschwerden sinnvoll sondern der allgemeinen Gesundheit förderlich. Bezüglich des Genusses von Alkohol, Koffein, scharfen Gewürzen und Fetten gibt es widersprüchliche Daten. Gegen eine mässigen Konsum dieser Nahrungsbestandteile spricht wahrscheinlich nichts, es sei denn im  Ernährungs-Symptom-Tagebuch lassen sich andere Schlussfolgerungen ziehen.  

Über Botenstoffe ist der Darm mit den meisten anderen Organen verbunden. Es gibt mehrere klinische Studien, die belegen, daß regelmäßige körperliche Aktivität v.a. Blähungen und Verstopfungsbeschwerden günstig beeinflusst. Yoga, Spazierengehen, Fahrradfahren und Schwimmen (z.B. 3x30 Minuten) erscheinen hierbei gut geeignet. 

Die Zufuhr zusätzlicher Ballaststoffe ist V.a. bei Verstopfungsbeschwerden sinnvoll, kann aber auch bei anderen darmbezogenen Beschwerden erwogen werden.  Hier sollte darauf geachtet werden, daß wasserlösliche Ballaststoffe wie Flohsamenschalen zum Einsatz kommen. 

Sollte diese Maßnahmen die Symptome / den Leidensdruck nicht ausreichend kontrollieren, kann es sein, daß Ihnen Ihr Arzt spezielle diätetische Maßnahmen (s.u.) empfiehlt.

FODMAP Diät für Patienten mit Reizdarmsyndrom

 
 

FODMAP

Fodmap-Diät bei Reizdarmsyndrom

Über die durch Atemteste meßbaren Unverträglichkeiten von Lactose und Fruktose hinaus können weitere Nahrungsbestandteile Symptome im Magen-Darm-Trakt auslösen. Sie finden sich nicht nur in weiterverarbeiteten, sondern auch in natürlichen Lebensmitteln. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um verschiedene Zuckerarten und Süßstoffe.

Diese werden vom Dünndarm schlecht aufgenommen und gelangen so in den Dickdarm wo sie durch den Einfluss von Darmbakterien unter Bildung von Gas verstoffwechselt werden. Dadurch können Schmerzen, Blähungen und Durchfall entstehen. Hier ist ein Teilaspekt der Ursache der oft unbefriedigenden Diagnose  „Reizdarmsyndrom“ zu sehen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es sein, dass aufgrund Ihrer Untersuchungsergebnisse Ihnen Ihr Arzt eine sogenannte FODMAP Diät empfohlen hat. Diese Abkürzung steht für Fermentierbare, Oligo-, Di-,Monosaccaride and Polyole. Die Umsetzung ist aufwändig und erfordert in der Regel eine Ernährungsberatung durch speziell geschulte Diätassistenten.

Hier finden Sie einige Hinweise zur Umsetzung einer solchen Diät. Die Anwendung sollte in keinem Fall einer strukturierten medizinischen Diagnostik vorausgehen:

 
 

Informationen für Patienten mit Verstopfung

 
 

Häufigkeit und Bedeutung

Verstopfung ist häufig. Bis 15% der Bevölkerung, v.a. Frauen und ältere Menschen sind betroffen. Krankhafte Verstopfung ist ein relevantes Gesundheitsproblem und wirkt sich negativ auf die Lebensqualität aus. Allerdings führt eine Verstopfung in der Regel nicht zum Darmverschluß, ebensowenig zu einer Vergiftung des Körpers aufgrund nicht ausgeschiedener Abfallprodukte.

Die Häufigkeit der Darmentleerung ist individuell verschieden. Stuhlentleerungen zwischen 3x/Tag und 3x/Woche können als normal angesehen werden.

Definition:

Eine chronische Verstopfung liegt vor , wenn mindestens 2 der folgenden Leitsymptome über mindestens 3 Monate bestehen:

  1. Starkes Pressen
  2. klumpiger oder harter Stuhl
  3. subjektiv unvollständige Entleerung
  4. subjektive Obstruktion (Gefühl der Einengung)
  5. manuelle Manöver zur Entleerung angewandt werden müssen - oder
  6. weniger als 3 Stuhlentleerungen pro Woche stattfinden

Von der chronischen Verstopfung wird die kurzzeitige, akute Verstopfung bei sonst normalen Stuhlgewohnheiten unterschieden: Z.B. auf Reisen oder nach durchgemachten Durchfall-erkrankungen. Dies bedarf in der Regel keiner weiteren Diagnostik und Therapie. Stellen sich allerdings folgende Alarmsymptome ein, ist eine zeitnahe ärztliche Untersuchung unerläßlich:

  • Übelkeit mit Erbrechen
  • starke Bauchschmerzen (akuter Bauch)
  • Fieber
  • stark aufgetriebener Bauch

Die Verdauung und Entleerung ist ein komplexer Vorgang. Dünndarm, Dickdarm, Enddarm sowie das Nervensystem sind daran beteiligt. Damit können anlagebedingte Störungen dieses Vorgangs, Darmerkrankungen aber auch Erkrankungen ausserhalb des Darmes (Z.B. Diabetes und Nervenerkrankungen) aber auch Medikamente zur chronischen Verstopfung führen. Weiter können die Lebens- und Arbeitsgewohnheiten einer geregelten Darmtätigkeit zuwiderlaufen, z.B. ballaststoffarme Ernährung, gewohnheitsmäßig zu knappe Trinkmengen, Bewegungsmangel, Aufschieben des Stuhlgangs trotz Stuhldrangs, Schichtarbeit und Streß.

Diagnostik und Therapie:

Eine individuell abgestimmte ärztliche Diagnostik ist ratsam. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt! Folgende Allgemeinmaßnahmen sind immer sinnvoll, ersetzen jedoch nicht die ärztlich geleitete Diagnostik:

  • Ballaststoffe wie Flohsamenschalen oder Weizenkleie können eingesetzt werden, mehr als
    50 g/Tag zusätzlich ist jedoch nicht sinnvoll und genießbar.
  • Wenn Ballaststoffe nicht wirken oder unangenehme Begleitsymptome wie Blähungen
    hervorrufen, sollten Sie reduziert u.a. Therapiemaßnahmen im Betracht gezogen werden.
  • Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr 1,5-2l/Tag) ist zu achten wobei von mehr als 2 l/ Tag
    kein zusätzlicher therapeutischer Effekt zu erwarten ist.
  • Körperliche Aktivität ist wichtig und allgemein gesundheitsfördernd. Eine über das normale
    altersentsprechende Maß hinausgehende Bewegung scheint aber keinen therapeutischen
    Effekt auf die Verstopfung zu haben.
  • Es sollte vermieden werden, den Stuhlgang regelmäßig zu unterdrücken
  • abdominale Massage kann unterstützend eingesetzt werden

Bei ungenügender Wirkung der Allgemeinmaßnahmen, kann eine medikamentöse Therapie unter ärztlicher Anleitung sinnvoll sein.

Empfohlene konventionelle Abführmittel (Laxanzien)

  • konventionelle Abführmittel wie Macrogole (z.B. Movicol), Natriumpicosulfat (z.B. Agiolax,
    Dulcolax) und Bisacodyl (z.B. Laxans) sind Arzneimittel der ersten Wahl bei chronischer
    Obstipation. Diese Mittel können zeitlich unbegrenzt und auch in der Schwangerschaft
    angewendet werden. Eine Gewöhnungseffekt ist nicht zu erwarten.
  • Laktulose, Lactitol, Sorbit und Laktose sind zur Behandlung der chronischen Obstipation
    anwendbar, auch in der Schwangerschaft. Oft bewirken sie jedoch Blähungen.
  • Bei vorwiegender Entleerungsstörung können Zäpfchen (Z.B. Laxans oder Lecicarbon)erfolgreich sein
  • Prucaloprid und Methylnaltrexon sind bestimmten Ausnahmesituationen vorbehalten

Von folgenden Abführmittel wird abgeraten:

  • Magnesiumhydroxid (zwar wirksam aber erhebliche Nebenwirkungen auf das Herz und auf die Nieren)
  • Einnahme von Paraffinöl (Gefahr der Lungenentzündung)
  • Dauerhafte Anwendung von Klysmen (Einläufen)

Chirurgische und elektrophysiologische Therapieverfahren bleiben extremen Ausnahmefällen nach  zentrumsbasierter Spezialdiagnostik vorbehalten.

PDF

Internistische Gemeinschaftspraxis
Gänsbühl 3 | 88348 Bad Saulgau

Tel.:  07581 / 48 45-10
Fax:  07581 / 48 45-20

Unsere Sprechzeiten:
Montag bis Freitag
von 11:00 - 12:00 Uhr
oder nach Vereinbarung

Logo